reinkommen 

Offene Probe mit Matilde Flor Usinger und Eva Weibel.

2. Dezember 2022 - 18:00 live

Videostream vom 4. Dezember 2022, 10 Uhr, bis zum 7. Dezember 2022, 23.59 Uhr.

 

→ Abendzettel / evening program sheet

 

 

Matilde Flor Usinger & Eva Weibel über ihre Residenz im ada Studio:

 

Wir sind Matilde und Eva und tanzen schon seit 6 Jahren zusammen.

Da wir auch eng befreundet sind, ist unsere Arbeitsweise sehr intim und persönlich und gibt uns einen Raum ohne Grenzen und Hemmungen. Die meiste Zeit arbeiten wir mit zwei anderen Künstler*innen als "collectif blitzbereit".

Die Residenz im ada Studio ist für uns wie ein Tête-à-Tête, und das ist auch der Schwerpunkt unserer Forschung: physische und nicht-physische Interaktionen zwischen zwei Menschen. Wir sind neugierig, wie sie uns helfen, einander zu verstehen (oder auch nicht) und wie wir uns unserer Absichten bewusster werden können.

(Im Moment haben wir hauptsächlich mit einer Mandelentzündung und einer Grippe zu kämpfen.)

Den größten Raum in unserer Recherche nimmt die Erforschung verschiedener Arten von Berührung ein, die einen großen Teil der menschlichen Interaktion ausmachen. Wir genießen die Erkundung des Unbekannten und die Akzeptanz des Scheiterns. Das ist nur durch diese Residenz möglich, die es uns erlaubt, uns auf den Prozess zu konzentrieren und nicht auf ein Endprodukt.

 

Matilde Flor Usinger wuchs in einem Zirkusumfeld in Kopenhagen, Dänemark, auf. Nachdem sie viele Jahre in der strengen Disziplin des Turnens verbracht hatte, suchte sie nach einer ausdrucksvolleren Bewegungspalette, was sie später dazu brachte, eine Karriere im Bereich Tanz und Performance zu verfolgen. Sie erhielt ihre Grundausbildung in Nya Malmö Latin und absolvierte anschließend eine dreijährige professionelle Tanzausbildung an der Tanzakademie balance1 in Berlin. Sie kann auf eine Vielzahl von Auftritten zurückblicken, darunter Gruppenperformances in den Berliner Sophiensaelen und in den Uferstudios, eine Soloperformance im ada Studio Berlin und verschiedene ortsspezifische interdisziplinäre Performances. 2019 gehörte sie zu den Mitbegründer*innen der Performancegruppe "collectif blitzbereit", mit der sie Instant Composition und improvisierte Performances kreiert und aufführt. Ihre Reise in die Erforschung von Bewegung und Performance geht weiter, während sie ihre performativen Kollaborationen entwickelt.

 

Eva Weibel liebt es seit ihrer Kindheit, auf der Bühne zu stehen und begann deshalb 2016 eine Ausbildung in zeitgenössischem Tanz. Sie verließ ihre Heimatstadt Bern und ging nach Berlin, um die Tanzakademie balance1 zu besuchen. Nach ihrem Abschluss 2019 ging sie nach Portugal, um am Performact-Programm teilzunehmen. Der Kurs konzentriert sich auf die Technik des zeitgenössischen Tanzes, sowie auf die praktische Erfahrung als Tänzerin, sowohl in der Zusammenarbeit mit Choreograf*innen als auch bei der Entwicklung eigener Projekte. Nach Jahren des technischen Tanzunterrichts entdeckte sie in Workshops mit Nir de Volff und Daniela Marcozzi ihre Begeisterung für Improvisation und Instant Composition. Daraufhin gründete sie 2019 mit drei weiteren Künstler*innen das "collectif blitzbereit". In den vergangenen zwei Jahren hat das Kollektiv verschiedene Performances in Bars, Cafés und öffentlichen Räumen realisiert. Im November und Dezember 2020 performte das Kollektiv zusammen mit verschiedenen Künstler*innen aus der Stadt im Schaufenster einer leerstehenden Bar in Berlin. An fünf Wochenenden wurden die Passant*innen mit Performances und Ausstellungen überrascht, die den leeren Raum füllten, den die Pandemie hinterlassen hatte. Im Oktober 2021 hatte sie mit dem Tanztheaterstück "abgenabelt" in Bern, Schweiz, Premiere. Das von der Kulturförderung Kanton Bern, Kultur Stadt Bern und verschiedenen privaten Stiftungen geförderte Stück thematisierte den Prozess der Ablösung. Eva spielte und gestaltete es gemeinsam mit der Schauspielerin Lou Steiger. Ein wichtiger Teil von Evas künstlerischer Arbeit ist es, mit Grenzen zu spielen und Klischees zu brechen, sowohl in den Bewegungen als auch in den Konzepten, die sie entwickelt. Sie sind laut und wild und sollen für jeden zugänglich sein.

 

 

Die Residenz wurde im Rahmen des Pilotprojekts Residenzförderung Tanz der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.

reinkommen ist die jüngste Reihe des ada Studios. Sie gibt jungen Choreograf*innen die Möglichkeit, ihren Arbeitsprozess zu öffnen, das Publikum zum Reinkommen einzuladen und ins Gespräch zu kommen.

© Aïsha Mia Lethen

 

We are Matilde and Eva and have been dancing together for 6 years.

Since we are also close friends our way of working is very intimate and personal and gives us a space without boundaries or inhibitions. Most of the time we work with two other artists as “collectif blitzbereit”.

So the ada Studio residency is like a tête-à-tête for us and that’s also the focus of our research: physical and non-physical interactions between two people. We are curious how they help us understand each other (or not) and how we can be more conscious of our intentions.

(For now we were mainly struggling with a tonsils infection and a flu.)

Mainly we are busy with specifying different ways of touch, which are a big part of human interaction. We are enjoying the exploration of the unknown and the acceptance of failing. This is only possible through this residency that allows us to focus on the process rather than a final product.

 

Matilde Flor Usinger grew up in a circus environment in Copenhagen, Denmark. Having spent many years in the strict discipline of gymnastics, she sought a more expressive range of movement, later leading her to pursue a career in dance and performance. She received her basic training in Nya Malmö Latin, and thereafter she completed three years of professional

dance education at Balance 1 dance school in Berlin. She has a number of varied performances under her belt, including group performances in Berlin’s Sophiensaele and Uferstudios, a solo performance in ada studio Berlin, and various site-specific interdisciplinary performances. In 2019 she co-founded the performance group collectif blitzbereit with whom she creates and exhibits instant composition and improvised performances. Her journey into the exploration of movement and performance continues all the while she develops her performative collaborations.

 

Eva Weibel has enjoyed performing on stage since childhood and therefore began training in contemporary dance in 2016. Leaving her hometown Bern, she went to Berlin to attend the Balance1 dance academy. After graduating in 2019, she went to Portugal to participate in the Performact programme. The course focuses on contemporary dance technique, as well as

practical experience as a dancer both working with choreographers and creating her own projects. After years of technical dance lessons, she discovered her enthusiasm for improvisation and "instant composition" through workshops with Nir de Volff and Daniela Marcozzi. As a result, she founded the "collectif blitzbereit" with three other artists in 2019. Over the past two years, the collective has realized various performances in bars, cafés and public spaces. In November and December 2020, the collective and various artists from the city performed in the shop window of a vacant bar in Berlin. On five weekends, passers-by were surprised with performances and exhibitions, filling the empty space that the pandemic left us with. In October 2021, she premiered with the dance theater piece "abgenabelt" in Bern, Switzerland. Funded by Kulturförderung Kanton Bern, Kultur Stadt Bern and various private foundations, the piece discussed the process of detachment. Eva performed and co-created with actress Lou Steiger. A major part of Eva ́s work as an artist is to play with boundaries and break clichés, both in the movements and the concepts she develops. They are loud and stormy and should be accessible to everyone.

 

 

The residency is funded as part of the pilot project Residency Funding Dance of the Berlin Senate Department for Culture and Europe. 

reinkommen (“coming in”) is ada Studio's latest performance series. It gives young choreographers the opportunity to open their work process, invite the audience to come in and to get into conversation.


Das ada Studio wird seit 2008 als Produktionsort von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert.


 

ada Studio für zeitgenössischen Tanz

in den Uferstudios/Studio 7

Uferstraße 23

13357 Berlin

T: +49 (0) 30-218 00 507

E: ada-berlin [AT] gmx.de

© ada Studio