reinkommen on screen - "Little Movements"

von Lore Dekeyser

Video-Stream vom 11. Dezember 2020, 18:00, bis 13. Dezember 2020, 23:59

 

Choreografie: Lore Dekeyser
Tanz: Liv Haumann, Greta Schuster, Kerri Fitzsimons
Musik: Julian Croatto, Ale Borea
Dramaturgische und technische Mitarbeit: Lucas Vanhevel
Mit Unterstützung von Tanzfabrik Berlin und Uferstudios GmbH.


Lore Dekeyser wird im Rahmen des Pilotprojekts Residenzförderung/ada Studio gefördert.

 

"Little Movements" ist ein choreografisches Experiment, das die Grenzen der großen, raumgreifenden Bewegungen, die so charakteristisch für viele traditionelle und zeitgenössische Praktiken sind, kritisch untersuchen will. Durch die Einbeziehung alternativer Aufführungsorte, bei denen das Publikum den Tänzer*innen und Musiker*innen nahe ist, werden die Grenzen der wahrnehmbaren Bewegungen ausgelotet. Die Choreografie thematisiert so die Spannung zwischen einer kleinen, aber dennoch sehr signifikanten, bedeutungsvollen, intensiven Bewegung, die sogar mit der Notwendigkeit und Unvermeidbarkeit Freudscher Fehler einhergeht. Wie die Mikrobewegungen, die uns unweigerlich ständig entgehen, können solche kleinen Bewegungen höchst expressiv und gefühlsbetont sein und aus den tiefsten, persönlichsten und geheimsten Archiven unseres Seins stammen. Genauso gut können sie aber auch das Gegenteil sein: ebenso unpersönliche und erfundene oder sogar falsche Bewegungen, stumme Zeugen unserer wildesten Träume, Wünsche oder (Selbst-)Täuschungen. In "Little Movements" geht es um jene inneren Rhythmen, die sich nicht zum Schweigen bringen oder verschließen lassen, die so unvermeidlich sind wie jede unserer Ein- und Aus-Atembewegungen. Die Lieder, die gesungen werden müssen. Ein Tanz, um sich selbst zu feiern und zu singen, wie in dem berühmten Walt Whitman-Gedicht "Song of Myself" (1855), wobei das Lied sichtbar und fast hörbar gemacht wird. Wie viel lässt sich mit nur einem Nicken oder einer Handbewegung ausdrücken?
Lore Dekeyser (*1994, Gent/Belgien) ist eine Choreografin am Anfang ihrer Karriere, die derzeit in Berlin lebt. Ihre künstlerische Praxis zeichnet sich durch eine eklektische Kreuzung westafrikanischer und zeitgenössischer Bewegungen aus. Darüber hinaus ist sie besonders von ihrer akademischen Ausbildung in Moralphilosophie geprägt, für die sie 2017 einen M.A. an der Universität Gent/Belgien erhielt. Besonders ihre Auseinandersetzung mit den Schriften von Ludwig Wittgenstein und Michel Foucault hat ihre Praxis als wortlose, performative Philosophie geprägt, die sich auf Gesten statt auf Formulierungen konzentriert und mehr Fragen als Antworten hat.

 

"Little Movements" is an experiment in choreography that intends to critically investigate the limitations of the large, spacious movements that are so characteristic of many traditional and contemporary practices. By embracing alternative settings for performing, with the audience close to the dancers and musicians, the borders of perceptible movements are explored. The choreography thus thematizes the tension between moving very little but nevertheless very significantly, meaningfully, intense, as with the necessity and inevitability of Freudian lapses even. Like the micro-movements that inevitably escape us all the time, such little movements can be highly expressive and emotive, stemming from the deepest and most personal and secretive archives of our being. Or they can just as well be the opposite: equally impersonal and contrived or even counterfeited movements, silent witnesses of our wildest dreams, desires, or (self)deceits. "Little movements" is about those inner rhythms that cannot be silenced or bottled up, that are as inevitable as our every in- and outbreath. The songs that need to be sung. It is a dance to celebrate oneself, and sing oneself, as in the famous Walt Whitman poem "Song of Myself" (1855), rendering visible and almost making audible the song of oneself. How much can be expressed with just a nod or a wave of the hand?
Lore Dekeyser (*1994, Ghent, Belgium) is an early career choreographer currently based in Berlin. Her artistic practice is characterized by an eclectic cross-pollination of West-African and Contemporary movements. Furthermore it is particularly influenced by her academic training in moral philosophy, for which she obtained an M.A. at the University of Ghent (Belgium) in 2017. Especially her aquiantance with the writings of Ludwig Wittgenstein and Michel Foucault has shaped her practice as a wordless, performed philosphy; focusing on gesticulations rather than formulations, embracing and expressing questions rather than answers.

 

© Martina Cavinato


Das ada Studio wird seit 2008 als Produktionsort von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.


 

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