reinkommen 

Offene Probe mit Núria Carrillo Erra & Miguel Witzke Pereira.

20. Februar 2026 - 18:00 live

Videostream vom 22. Februar 2026, 10 Uhr, bis zum 25. Februar 2026, 23.59 Uhr. 

 

 

Núria Carrillo Erra und Miguel Witzke Pereira untersuchen in ihrer Recherche, wie sich die formalen und strukturellen Elemente viraler Tänze (ihre Gesten, Wiederholungen, ihr Timing und ihre räumlichen Muster) als „Erfolgsformel“ identifizieren und verstehen lassen.

Ausgehend von der Prämisse, dass ihre Formel Erfolg bringt, wollen die beiden Künstler*innen untersuchen, dekonstruieren und erforschen, wie diese Prinzipien in einen theatralischen Kontext übertragen werden können und testen, ob der virale Effekt auf der Bühne reproduziert werden kann. Ihre Recherche nimmt TikTok-Choreografien ernst – nicht als minderwertige Formen, sondern als ein Phänomen, das die heutige Tanzlandschaft aktiv prägt. Die Arbeit hinterfragt, was es heute bedeutet, als Tänzer*in erfolgreich zu sein, die sich wandelnden Definitionen von Tanz und die Spannung zwischen dem Wunsch, zu einer Szene zu gehören, die eher abweisend als einladend wirkt.

Dieses Projekt entspringt der Position der beiden Künstler*innen und verhandelt die Kluft zwischen echtem künstlerischem Verlangen und den performativen Überlebensstrategien, die das aktuelle Feld erfordert. Das Projekt reagiert kritisch auf die soziopolitischen Realitäten Berlins mittels Tanz und Humor und erkennt gleichzeitig das starke kommunikative Potenzial von TikTok an, insbesondere als Instrument der Verbindung in der Zeit nach der Pandemie. Durch Recherche, Experimente und Performance wird hinterfragt und neu definiert, was es heute bedeutet, als Tänzer*in „erfolgreich zu sein“.

 

Núria Carrillo Erra ist eine in Berlin lebende Performerin und Choreografin. Sie hat einen BA in Design von der UAB - Universitat Autònoma de Barcelona (2018) und einen BA in Tanz, Kontext, Choreografie vom HZT Berlin (2024). Im Sommer 2025 erhielt sie ein DanceWEB-Stipendium. Durch ihre Arbeit mit Objekten und anderen Medien erforscht sie Prozesse der Transformation, des Zustandswechsels und der Stille. Núrias Arbeit konzentriert sich auf das, was zwischen Körpern geschieht, an der Schnittstelle von Unterhaltung, Politik und Poesie. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung performativer Methoden, die Spontaneität fördern und das Unbekannte willkommen heißen. Núria navigiert durch den gemeinsamen Raum zwischen Publikum und Darsteller*innen durch Widersprüche und Mehrdeutigkeiten.

 

Miguel Witzke Pereira ist ein in Berlin lebender Tänzer und Choreograf. Er hat einen BA in Bildender Kunst von der Gerrit Rietveld Akademie (2018) und einen BA in Tanz, Kontext, Choreografie vom HZT Berlin (2022). Als Mitbegründer des Ladybug Studios in Berlin konzentriert sich seine Arbeit auf den Körper in Zuständen der Intensität und Entblößung. Er untersucht, wie psychosomatische Symptome Erfahrungen von Macht, Unterdrückung und kollektiver Geschichte widerspiegeln, und behandelt den Körper als ein lebendiges Archiv, in dem diese Kräfte Gestalt annehmen. Seine Praxis beschäftigt sich mit der Politik der Affekte und untersucht, wie emotionale und physische Prägungen die verkörperte Erfahrung formen. Neben seiner unabhängigen künstlerischen Forschung performt er für Johanna Ryynänen auf und arbeitet als Produktionsassistent für Marga Alfeirão.

 

Die Residenz wird im Rahmen der Residenzförderung Tanz der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert.

reinkommen ist die jüngste Reihe des ada Studios. Sie gibt jungen Choreograf*innen die Möglichkeit, ihren Arbeitsprozess zu öffnen, das Publikum zum Reinkommen einzuladen und ins Gespräch zu kommen.

Foto: Aïsha Mia Lethen Bird

In their research, Núria Carrillo Erra and Miguel Witzke Pereira examine how the formal and structural elements of viral dances (their gestures, repetition, timing, and spatial patterns) can be identified and understood as a “formula” for success.

Starting from the premise that their formula produces success, the artists seek to study, deconstruct, and explore how these principles might be translated into a theatrical context, testing whether the viral effect could be replicated on stage. The research takes TikTok choreographies seriously — not as lesser forms, but as a phenomenon actively shaping today’s dance landscape. The work interrogates what it means to succeed as a dancer today, the shifting definitions of dance, and the tension between longing to belong to a scene that rather seems rejecting than inviting.

This project emerges from the artists’ own position, negotiating the gap between genuine artistic desire and the performative strategies of survival that the current field demands. The project responds critically to Berlin’s socio-political realities through dance and humour while acknowledging the powerful communicative potential of TikTok, especially as a post-pandemic tool for connection. Through research, experimentation, and performance, Núria and Miguel aim to question and reimagine what it means to “make it” as a dancer today.

 

Núria Carrillo Erra is a Berlin-based performer and choreographer. She holds a BA in Design from UAB - Universitat Autònoma de Barcelona (2018) and a BA in Dance, Context, Choreography from HZT Berlin (2024). In the summer of 2025, she was granted a DanceWEB scholarship. Through her work with objects and other media, she explores processes of transformation, shifting states, and stillness. Núria’s work focuses on what happens between bodies, at the intersection of entertainment, politics, and poetics. She is engaged in developing performative methodologies that invite spontaneity and embrace the unknown. Núria navigates the shared space between audience and performer through contradiction and ambiguity.

 

Miguel Witzke Pereira is a Berlin-based dancer and choreographer. He holds a BA in Fine Arts from the Gerrit Rietveld Academy (2018) and a BA in Dance, Context, Choreography from HZT Berlin (2022). As co-founder of Ladybug Studio in Berlin, his work focuses on the body in states of intensity and exposure. He investigates how psychosomatic symptoms reflect experiences of power, oppression and collective history, treating the body as a living archive where these forces take form. His practice engages with the politics of affect and examines how emotional and physical imprints shape embodied experience. Alongside his independent artistic research, he performs for Johanna Ryynänen and works as a production assistant for Marga Alfeirão.

 

The residency is funded as part of the Residency Funding Dance of the Berlin Senate Department for Culture and Social Cohesion. 

reinkommen (“coming in”) is ada Studio's latest performance series. It gives young choreographers the opportunity to open their work process, invite the audience to come in and to get into conversation.


Das ada Studio wird seit 2008 als Produktionsort von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert.


 

ada Studio für zeitgenössischen Tanz

in den Uferstudios/Studio 7

Uferstraße 23

13357 Berlin

T: +49 (0) 30-218 00 507

E: ada-berlin [AT] gmx.de

© ada Studio