Vorwort der Studioschreiberin 2018/19, Forough Fami

 

 

Es ist die volle Wahrheit – das Vergnügen, im Komfort eines Zuschauerstuhls zu residieren, vielleicht begleitet von der Präsenz einer stillen Bierflasche, deren eventueller Fall sich auf die Konzentration auf die Bühne, auf der der Tanz stattfindet, auswirken wird. Aber im besten Fall könnte sich, wenn die Vorstellung vorbei ist, die Erinnerung an diese stille Konzentration in einen Strudel verwandeln, in dem Gedanken und Gefühle, Zögerlichkeit und Reflexionen sich um den Kern dessen, was beobachtet wurde, drehen, um sie wieder zu erkennen und zu verstehen.

 

Obwohl verschiedene Ebenen der Unheimlichkeit als eine der „Tanz” -Eigenschaften das Publikum anregen, ermutigen und einladen können, in diesen Strudel zu gleiten, fühlt es sich dennoch so an, als ob es in manchen Fällen noch etwas mehr braucht.

 

In der neuen Reihe des Tanz-Schreibens im ada Studio wird nicht nur der journalistische Zugang zu den Stücken im Mittelpunkt stehen, sondern auch die Frage, wie die Stücke entstanden sind, Quellen der Inspiration und des Teilens der Prozesse. Dieser mögliche Zugang zum Kern der Stücke könnte hoffentlich ein Vergnügen am Hineingleiten in und Herausgleiten aus dem Strudel evozieren.

 

Im voraus möchte ich allen Künstlern, die ihre Stücke im ada Studio zeigen, für ihre Großzügigkeit danken, mit der sie ihre Arbeit, Methoden und Quellen von all dem, was ein Kunstwerk prägen könnte, mit mir und den Lesern und Followern der ada-Studioschreiberin teilen.

 

Nach ihrem Marketingstudium und mit ihrem Engagement im ICCD (Unsichtbares Zentrum für zeitgenössischen Tanz) in ihrer Heimatstadt begann Forough Fami ihre künstlerische Tätigkeit in der undefinierten Welt des zeitgenössischen Tanzes in Teheran. 2014 suchte sie nach weiteren Orten des Lernens als Erfahrung oder der Erfahrung als Medium des Lernens, als sie am HZT das Bachelorstudium Tanz, Kontext, Choreografie absolvieren konnte. Seit 2014 lebt und arbeitet sie als Choreografin und Performerin in Berlin.
Im Moment dreht sich ihr Interesse um Phänomene der Angst und Spannung in nicht-narrativen, performativen Strukturen.

 

 

 

It is all true about the pleasure of residing in the comfort of audience chair perhaps accompanied by presence of silent bier bottle who’s eventual fall will echo on the concentration of the stage where the dance is happening. But in best case, when the show is over the memory of this silent concentration could turn in to a whirlpool, where thoughts and emotions, hesitancies and reflections spiral around the core of what has been watched in order to revisit and comprehend it.

 

Although different levels of uncanniness as one of “dance” characteristics could evoke, encourage and invite audience to slide into this whirlpool but still it feels like in some cases more is needed.

 

In the new series of dance-writing in ada studio, the focus will be not only on journalistic approach to the pieces, but beside that also investigation on how the pieces have been formed, sources of inspiration and sharing of the processes. This possible access to the core of the pieces could hopefully open up to joy of sliding in and out of the whirlpool.

 

In advance I would like to thank the generosity of all artists who are presenting their work in ada studio for sharing their works, methodologies, sources of all that could shape a piece of art, with me and all the readers and follower of ada Studioschreiber.

 

After completing her studies in marketing and becoming a member of the ICCD (invisible centre for contemporary dance) in her hometown, Forough Fami began her artistic practice in the undefined world of contemporary dance in Tehran. In 2014, she tried to find outer centres for learning as experience or experience as a medium of learning, when she got the opportunity to study Bachelor program of “Dance, Context, Choreography” at HZT. Since 2014 she has been living and working as a choreographer and performer in Berlin.
At the moment, her interest is revolving around the phenomena of fear and suspense in non-narrative, performative structures.


Das ada Studio wird seit 2008 als Produktionsort von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.


 

 

 

 

 

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