Vorwort der Studioschreiberin 2015/16, Johanna Withelm

 

 

Liebe Leser*innen,


nun beginnt sie, meine Zeit als Studioschreiberin, und ich freue mich sehr darauf, diese Aufgabe nach meinen beiden Vorgänger*innen Anna Volkland und Thomas Schaupp ausfüllen zu können!
Das kritische Begleiten von künstlerischen Arbeiten ist für mich neu und bildet eine spannende Herausforderung an meine Schreibpraxis, die sich bisher eher dem wissenschaftlichen Schreiben verpflichtete.
Aus dem Studium der Tanz- und Theaterwissenschaft kommend, mit einem praktisch-tänzerischen sowie organisatorisch-kuratorischen Hintergrund freue ich mich, nun eine weitere Perspektive einzunehmen, um auf den Tanz zu schauen. Ich bin mir sicher, dass sowohl der ein oder andere Diskurs aus der Tanzwissenschaft, als auch mein Praxis-Hintergrund meine Texte färben werden.
Ich freue mich, hier zum Einen vielleicht einen Anstoß zu weiteren Gedanken und Debatten zu den Arbeiten der Künstler*innen geben zu können und mich zum Anderen angesichts der vielbeschworenen Flüchtigkeit des Tanzes den nicht einfachen Herausforderungen zu stellen: Wie über Bewegung schreiben? Wie Worte formulieren über etwas, das sich in ständiger Bewegung dem Blick der Zuschauer*innen entzieht? Wie die Spur der Erinnerung verschriftlichen? Dabei nehme ich mir, genau wie meine Vorgänger*innen es auch taten, die Freiheit, über einige Arbeiten mehr Worte zu verlieren als über andere, sowie ein durchaus subjektives Urteil zu fällen (denn es kann nur subjektiv sein).
Es wäre schön, mit der Rolle der Studioschreiberin einen kleinen Beitrag zu einer Berliner Tanzkritik leisten zu können, die mehr Lebhaftigkeit und vor allem mehr Sichtbarkeit benötigt, als sie es derzeit hat. Auch freue ich mich immer über Hinweise, Kommentare und feedback zu meinen Texten, sozusagen über „Kritik an meiner Kritik“. Ich weiß, dass dieses feedback zu den Texten in den beiden letzten Spielzeiten nicht so recht ins Rollen kam, trotzdem und gerade deshalb will auch ich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich dazu auffordern: Schreiben Sie mir Ihre Gedanken zu den besprochenen Aufführungen und gerne zu meinen Texten! Das gilt sowohl für die teilnehmenden Künstler*innen, als auch für die Zuschauer*innen sowie für alle anderen. Meine Emailadresse: studioschreiber-jw [AT] ada-studio.de.


Viel Spaß beim Lesen!


Johanna Withelm

 

Johanna Withelm, 1982 in Berlin geboren, studierte nach Abschluss ihrer Bühnentanzausbildung Theaterwissenschaft, Publizistik und Kommunikationswissenschaft (BA) sowie Tanzwissenschaft (MA) an der FU Berlin. Sie arbeitete in diversen Produktionen und als Autorin u.a. für die Tanzkompanie MS Schrittmacher und im Produktionsteam M.i.C.A. – Movement in Contemporary Art. Sie kuratierte die Tanz- und Performancereihe Tanzbad (Ballhaus Ost, Berlin), sowie gemeinsam mit Alex Hennig und Cilgia Gadola das Format S.o.S. – Students on Stage im ada studio Berlin, war Jurymitglied beim 100° Festival Berlin und arbeitet seit 2016 im Bereich Produktionsleitung und Dramaturgie-Assistenz in den Sophiensaelen in Berlin.


Das ada Studio wird seit 2008 als Produktionsort von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.


 

 

 

 

 

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